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Argentinischer Pass: Staatsangehörigkeit durch Investition

6. Okt.
3 Min. Lesezeit

Ab dem vierten Quartal 2026 soll das neue „Staatsangehörigkeit durch Investition“-Programm Argentiniens Anträge von ausländischen Investoren entgegennehmen. Vorgesehen sind zwei Investitionswege, um den argentinischen Pass zu beantragen: eine nicht erstattbare Zahlung an die argentinische Staatskasse in Höhe von USD 350.000 oder die Zeichnung einer speziell für das Programm aufgelegten öffentliche Anleihe über USD 800.000 – nicht verzinslich.


argentinischer Pass

 

Im Rahmen der Argentina Week in Paris hat der argentinische Wirtschaftsminister Luis Caputo die Einführung des Programms zur Erlangung der argentinischen Staatsbürgerschaft durch Investition angekündigt. Das Programm ist Teil der zunehmenden internationalen Öffnung Argentiniens und soll den Standort in geopolitisch komplexen Zeiten für ausländische Investoren attraktiver machen. Gleichzeitig soll die Staatsbürgerschaft durch ein strukturiertes und transparentes Verfahren an qualifizierte Investoren vergeben werden.

 

Nach Angaben der Regierung soll das Programm im Laufe des vierten Quartals 2026 geschaltet werden und die ersten Anträge entgegennehmen.

 

Zwei Wege zum argentinischen Pass

Das Programm sieht zwei grundsätzlich unterschiedliche Investitionsmöglichkeiten vor.

 

1. Direkte Zahlung an die Staatskasse

Der Hauptantragsteller kann einen nicht rückzahlbaren Betrag von USD 350.000 direkt an den argentinischen Staat zahlen.

 

2. Investition in eine staatliche Anleihe

Alternativ besteht die Möglichkeit, eine speziell für das Programm geschaffenes staatliches Wertpapier im Wert von USD 800.000 zu zeichnen.

 

Damit unterscheidet sich das argentinische Modell von klassischen Investitionsprogrammen, bei denen häufig eine Investition in Immobilien, Unternehmensbeteiligungen oder andere Vermögenswerte möglich ist.

 

Familienangehörige können einbezogen werden

Das Programm soll nicht ausschließlich dem Hauptantragsteller offenstehen. Auch dessen Ehepartner und Kinder können unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Für Ehepartner und Kinder zwischen 18 und 25 Jahren, sofern diese ledig und kinderlos sind, ist ein Beitrag von USD 100.000 pro Person vorgesehen.

Für minderjährige Kinder beträgt der vorgesehene Beitrag USD 25.000 pro Person.

Damit könnte beispielsweise eine vierköpfige Familie – bestehend aus einem Hauptantragsteller, dessen Ehepartner und zwei minderjährigen Kindern – die argentinische Staatsbürgerschaft nach dem vorgesehenen Modell für insgesamt USD 500.000 beantragen.

 

Strenge Prüfung der Antragsteller

Die Staatsbürgerschaft soll nicht automatisch allein aufgrund der Investition gewährt werden. Vielmehr ist ein umfangreiches Prüfverfahren vorgesehen. Die Regierung kündigt dabei Standards für Due Diligence, finanzielle Transparenz und Risikomanagement an, die sich an internationalen Empfehlungen und insbesondere an den Standards von OECD und FATF/GAFI orientieren.

 

Zu den vorgesehenen Prüfungen gehören unter anderem:

·       Identitätsprüfung

·       Nachweis und Prüfung der legalen Herkunft der investierten Mittel

·       Analyse der Vermögens- und Finanzsituation

·       Prüfung des Herkunftslandsrisikos

·       Überprüfung strafrechtlicher Vorgeschichten

·       Prüfung des persönlichen und wirtschaftlichen Ansehens

·       Analyse der bisherigen Migrations- und Aufenthaltshistorie

 

Damit soll sichergestellt werden, dass das Programm nicht zur Umgehung internationaler Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung genutzt werden kann.

 

Beteiligung mehrerer staatlicher Stellen

Die Prüfung der Anträge soll durch die neu vorgesehene Agencia de Programas de Ciudadanía por Inversión koordiniert werden. Dabei sollen verschiedene staatliche Institutionen beteiligt werden, darunter die Secretaría de Inteligencia del Estado (SIDE), die Unidad de Información Financiera (UIF) sowie das argentinische Sicherheits- und Innenministerium. Nach Abschluss der Prüfung soll die zuständige Agentur eine Empfehlung an die Einwanderungsbehörde, Dirección Nacional de Migraciones, übermitteln. Diese soll letztlich über die Annahme oder Ablehnung des jeweiligen Antrags entscheiden.

 

Transparenz und Herkunft der Investitionsmittel

Ein zentraler Bestandteil des Programms ist die Nachvollziehbarkeit der eingesetzten Gelder. Sämtliche Zahlungen sollen über das formelle Finanzsystem abgewickelt werden. Gleichzeitig müssen die Antragsteller die geltenden Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und zur finanziellen Transparenz erfüllen.

Die Herkunft des investierten Kapitals wird damit zu einem wesentlichen Bestandteil des Antragsverfahrens. Für internationale Investoren bedeutet dies insbesondere, dass die Vermögensherkunft und die entsprechenden Finanzströme nachvollziehbar dokumentiert werden müssen.

 

Welche Bedeutung hat das Programm für internationale Investoren?

Mit dem neuen Programm positioniert sich Argentinien zunehmend als Standort für internationale Investoren und vermögende Privatpersonen, die neben einer wirtschaftlichen Investition auch eine langfristige rechtliche und persönliche Verbindung zum Land anstreben. Besonders interessant könnte das Modell für Personen sein, die bereits geschäftliche oder vermögensrechtliche Interessen in Argentinien haben oder eine langfristige Präsenz im Land planen. Dabei ist allerdings zwischen einer Investition in Argentinien und einer Staatsbürgerschaft durch Investition klar zu unterscheiden. Der Erwerb einer Immobilie beispielsweise ist nach den vorliegenden Informationen nicht als eigener Investitionsweg innerhalb des angekündigten Programms vorgesehen.

 

Start im vierten Quartal 2026 erwartet

Das Programm soll nach der derzeitigen Ankündigung im vierten Quartal 2026 für die Entgegennahme der Anträge freigeschaltet werden.

Für potenzielle Antragsteller wird insbesondere entscheidend sein, wie die endgültigen Verfahrensregeln, die konkreten Anforderungen an die Nachweise sowie die praktische Umsetzung der beiden vorgesehenen Investitionswege ausgestaltet werden.

Argentinien verfolgt damit das Ziel, seine internationale wirtschaftliche Öffnung weiter voranzutreiben und gleichzeitig ein strukturiertes Verfahren für qualifizierte internationale Investoren zu schaffen. Das neue Programm könnte damit ein weiterer Baustein in der zunehmenden internationalen Positionierung Argentiniens als Investitionsstandort werden.

 

 
 
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